Stolperstein von Salomon Lorch

Am Mittwoch, den 10. Dezember 1941, wird der bekannte Händler Salomon Lorch in Harsewinkel verhaftet. Es gibt keine Vorwürfe oder Anschuldigungen gegen ihn. Der Grund für seine Verhaftung ist seine Religionszugehörigkeit. Salomon Lorch ist Jude. Er wird von den Nationalsozialisten nach Münster ins Gefängnis gebracht. Er sieht seine Frau und die beiden Töchter nie wieder. Salomon Lorch wird in ein Lager nach Riga, die heutige Hauptstadt von Lettland, gebracht und dort ermordet. Er ist einer von 6 Millionen Juden, die in dieser Zeit umgebracht werden. Auch seine Frau und eine Tochter gehören zu den Opfern. Nur der anderen Tochter gelingt die Flucht nach Schweden. Sie überlebt als einzige in der Familie.

Im Rahmen des Religionsunterrichts haben sich die Kinder der Klasse 3a mit dem Judentum beschäftigt. Woran glauben Juden, was machen sie in der Synagoge und welche Feiertage begehen sie? In den Frühstückspausen wurde aus dem Buch „Mona und der alte Mann“ – Das Kinderbuch zum Judentum vorgelesen. In einem Film der „Sendung mit der Maus“ wurden die Kinder behutsam an das Thema „Shoa“ herangeführt. Hierin wird vom Leben des Malers Felix Nussbaum berichtet. Für ihn gibt es einen „Stolperstein“ in seiner Heimatstadt Osnabrück und in Brüssel, wo er sich versteckt hielt. Auch Felix Nussbaum wurde verraten, deportiert und ermordet.

Anlass genug, um zum Ende der Unterrichtsreihe den Stolperstein von Salomon Lorch zu reinigen und zum Glänzen zu bringen. Damit viele Menschen in Harsewinkel darauf aufmerksam werden und das Schicksal von Salomon Lorch, stellvertretend für Millionen anderer, nicht vergessen wird.